Kia Ora

Mal wieder hab ich lange auf einen Eintrag warten lassen. Dieses Mal habe ich mit einem kaputten Ladekabel für den Laptop sogar eine Ausrede. Und da es über 2 Monate gedauert hat ein neues zu bekommen zeigt, das ich an einem sehr abgeschiedenen Ende der Welt gelandet bin. Zwischen Schafen und Briten. In Neuseeland.

Vorab: der Soundtrack zu dem Eintrag kommt vom australischen Brian Adams. Er wird gefeiert hier wie kein anderer. Auch darum kommt sein Hit seit 1985 jede Woche im Radio.

Wir sind Mitte September angekommen. Direkt aus Israel. Der Temperaturunterschied war enorm, aber wir waren darauf vorbereitet. Allerdings nicht darauf das die größte Stadt und Ort unserer Ankunft, Auckland, um 23 Uhr wie eine Geisterstadt aussieht. Zuvor jedoch der berühmt berüchtigte strenge Zoll mit seinen sehr spezifischen Einreisebestimmungen. Ich hatte Panik vor dem Flug. Alles 3 mal gecheckt. Gewürze oke, keine frischen Essbarkeiten, kein Holz, kein Dreck, Staub, Pflanzenzeile, Bienenprodukte, Zelt desinfektionieren. Und und und… Der Moment der Wahrheit hat sich allerdings nur auf eine Minute begrenzt. Ein paar Fragen zum Gepäck, Wanderschuhe zeigen, kleiner Plausch übers Wetter. Durchgewunken. Erleichtert. Allerdings bin ich mir auch lächerlich vorgekommen. Für ein paar Tage konnten wir bei einem Tischlerfreund aus Köln unterkommen, der dort ebenfalls arbeitet. Kein Geschäft oder Restaurant mehr offen, kein Mensch auf der Straße. Kneipen oder Bars weit und breit nicht zu sehen. Es war beschreibend für ein Land das pro Einwohner 10 Schafe hat. Der Taxifahrer hat uns in einer dunklen Straße in irgendeinem Vorort rausgelassen. Wir konnten niemand nach der Adresse fragen. Hatten auch kein Telefon ihn zu kontaktieren. Nach ca. 20 Minuten hat er schließlich in Nachthemd und ein bisschen verschlafen die Tür geöffnet. Lange habe ich mich nicht mehr auf so eine Couch gefreut und nach einer 30 Stunden Odysee mit Zwischenlandung in Singapur war es die bequemste Schlafmöglichkeit der Welt. Bis uns am nächsten Tag eine Katze weckte, die sich abwechselnd auf uns gelegt hat. Ich war wohl bequemer.

Wir wussten das Auckland nicht unser Ziel war, deshalb haben wir die Zeit eher zum organisieren als zum erkunden genutzt. Priorität: Handykarte und Auto. Mit den ersten Schritten hat uns Felix viel geholfen. Auch deshalb, da wir schnell merkten das ein funktionierendes und effektives öffentliches Verkehrsnetz keine Selbstverständlichkeit für eine Millionenstadt ist. Das Auto war ein Glücksgriff und sobald wir die Schlüssel übernommen haben konnte uns auch nichts mehr aufhalten richtung Süden zu reisen. Einen kleinen Vorgeschmack wie einfach Sachen hier geregelt werden, hatten wir schon jetzt bekommen. Wir mussten zur Post um ein Formular abzugeben. Die Frau wollte nur Unseren Personalausweis sehen und wünschte uns einen schönen Tag. Schon war das Auto umgemeldet und in unserem Besitz. Wir machten kurze Stopps in Taupo und Rotorua. Aber im Endeffekt war Wellington, die Hauptstadt die am anderen Ende der Nordinsel liegt, nur 8 Stunden entfernt. Das Auto hatte eine Matratze, Kissen, Decken einen Campingkocher, einen Tisch und Gardinen. Wir konnten Abends zu einem kostenlosen Campingplatz fahren, der fast immer an einem See lag und unser Auto zu einem Schlafplatz umrüsten. Da es noch Frühling war wurde es aber auch schnell kühl sobald die Sonne weg war. Falls diese sich blicken lies. Richtig genießen und wertschätzen konnte ich das ganze jedoch noch nicht, was wohl auch daran lag, das ich keine Lust auf reisen hatte. Seit längerem habe ich den Wunsch mich niederzulassen, einen Alltag zu haben und Zeit zu haben ein paar Gedanken zu Ordnen, die mir nach Kolumbien in meinem kleinen Kopf herumspuken. Vor allem zwei Wörter Tauchen immer wieder auf: ‚Und Jetzt?‘ Ich hatte das letzte Jahr viel Input. Bin viel unterwegs gewesen, habe viel gesehen, hatte auch Zeit nachzudenken. Bis zu diesem Punkt in Kolumbien, als sich ein großer Traum von mir zerschlagen hat. Ein Traum den ich 5 Jahre hatte, der meinem Leben einen Wendepunkt gegeben hat. Wenn es ein Traum war. Nach und nach sehe ich klarer. Ich weiss nicht ob ich es weiter versuchen will in Kolumbien zu leben. Insbesondere je mehr Nachrichten ich über das Land lese und je distanzierter ich es betrachte. Und jetzt? Eine Antwort habe ich immer noch nicht. Aber neue Perspektiven. Und Zeit in Neuseeland. Die gerade anfängt und mir Möglichkeiten bietet. Ich hatte lust zu Arbeiten, Eine Wohnung zu finden. Hop Hop. Am liebsten gleich am nächsten Tag. Auch Wellington habe ich mir anders vorgestellt. Hochhäuser und überfüllte Straßen sind Fehlanzeige. Unser wichtigstes Quelle: das Internet. Fast leergesurft haben wir das neuseeländische Netz auf der Suche nach Jobs und Wohnungen. Dabei ging es weniger um mich, da ich recht schnell merkte das Tischler überall gesucht werden. Obwohl ich nicht gesucht habe, hatte ich blitzschnell Angebote auf dem Tisch. Aber da ich nicht alleine unterwegs war, war es für mich wichtiger, das Oritt einen Job findet der ihr gefällt und Spaß macht. Diese Suche gestaltete sich aber ein wenig schwieriger. Jobs gab es für sie. Aber die Restriktion für das Work-and-Holidayvisum nur ein Jahr zu bleiben war für viele Arbeitgeber ein Hindernis. Man merkte, das eher der informelle und unqualifizierte Sektor durch Bewerber dieser Visumsart abgedeckt werden. Saisonarbeit, Hostels, Verkäufer und Gastronomie. Die Suche breitete sich auch auf die Südinsel aus. Christchurch, Dunedin, Wanaka und Queenstown. Es gab immer wieder Vorstellungsgespräche. Doch die Reaktion auf die Frage nach der Visumsart blieb die gleiche. Gleichzeitig haben wir Wohnungen angeschaut und waren überwältigt von den Angeboten, den Häusern und den Aussichten. Und ein bisschen traurig in der Kälte zu unserem Auto zurückzukehren. Und aufzuwärmen. Insbesondere als wir dem Zweitnamen der Stadt zu spüren bekamen. ‚The windy city‘. Nichtsdestotrotz haben wir die Stadt angefangen zu mögen. Wir haben tolle Menschen getroffen, die uns viel geholfen haben und unser Interesse am gärtnern geweckt haben, der Wochenmarkt mit frischem Gemüse und Obst, die Sonnenuntergänge am Strand. Aber eine Entscheidung musste her. Mit 2 Assen im Ärmel und einem guten Gefühl ging es früh morgens zur Fähre. Wir dachten wenn es schon nicht der Traumjob für Oritt wird wollen wir zumindest in den Bergen leben um am Wochenende regelmäßig raus zukommen und wandern zu gehen. Ziel: Wanaka auf der traumhaften Südinsel. Ich muss zugeben das ich erst im Te Papa Museum in Wellington die Erdbebengefahr in Neuseeland ernstzunehmen begann. Am Hafen in Picton angekommen und wir erfuhren von der gesperrten Hauptstraße und einem 15 Stunden Umweg an die Westküste und quer zurück, weil ein Erdrutsch die Straße unpassierbar gemacht hat. Dafür gab es einen kostenlosen Kaffee. Wir lernten einspurige Brücken kennen, wirklich enge kurvige Berghänge, die Freundlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Neuseeländer, die extrem schnell wechselnde Wetterlaune, die Unberechenbarkeit der Benzinpreise, die Notwenigkeit von Scheibenwischern, die atemberaubende Natur und plötzlichen Schönheiten sowie die Stärke der Sonne. Jedoch habe ich auch hier nicht wirklich eine Kopf für gehabt und wollte einfach nur ankommen. Ich glaube ich hatte einfach keinen Speicherplatz mehr. Aber auch mein Bankkonto neigte sich dem Ende zu. Wir hielten uns eine Woche in Wanaka auf. Wunderschönes Panorama. Kleines Dorf. Sehr Touristisch. Wir suchten wieder nach Jobs und Wohnungen. Beides wäre griffbereit gewesen. Doch die nächste Jobabsage kam. Die Frustration auf beiden Seiten stieg. Letzte Chance Queenstown bevor es in die Gastro ging. Das Jobinterwiew lief super. Die Chefs waren sich uneinig über das Visum und wollten noch abwarten. Wir beschlossen zu bleiben. Queenstown wurde unser zuhause. Wir fanden ein kleines Zimmer am Rande der Stadt. Wunderschöner Balkon, kleiner Garten. Vorerst sehr relaxte Mitbewohner. Bett, Küche, Teppichboden, Couch. Angekommen. Ich bin sofort zu verschiedenen Schreinereien mit meinem neu erworbenen Fahrrad und hatte die ersten Angebote in der Tasche. Montag ging es los. Ich war erleichtert. Oritt hatte mehr zu kämpfen, als auch die erwartete aber nicht erhoffte Absage für den Job kam. Vorerst nahm sie verschiedene Jobs im Eventbereich und auf Weingütern an. Hielt die Augen offen und suchte unermüdlich weiter.

Das alles hat sich bis Mitte Oktober abgespielt. Danach ging es, wie immer im Alltag, alles recht schnell bis Weihnachten. Zwei Monate im Schnelldurchlauf.

Das zweite Lied habe ich auch im Radio kennen lelernt. Ich glaube nach dem zehnten Mal habe ich angefangen zuzuhören und war ein wenig irritiert über den Refrain. Dann belustigt. Dann verwirrt.

Auf der Arbeit hat sich alles prächtig entwickelt. Ich habe ein bisschen gebraucht um rein zu kommen, mich an die Gepflogenheiten der neuen Werkstatt und die Sprache zu gewöhnen. Dann gab es recht mehr Vertrauen vom Chef. Ein eigenes großes Projekt. Viele kleine dazwischen. Man mekrt den Unterschied zu Deutschland. Die fehlende Organisation, die fehlenden Ansprechpartner, kaum direkter Kundenkontakt oder Nachdenken. Man bekommt die fertige Zeichnung, mit fertigen Teilen, baut diese zusammen, liefert und hofft das richtig gemessen wurde, was nie passiert. Theoretisch könnten das auch hilfsarbeiter erledigen. Wenn man ein bisschen mehr Spielraum hat, weiß keiner die Details und man fertigt nach Gefühl und 7tem Sinn. Es ist interessant zu sehen, dass es wohl auch so funktioniert. Manchmal. Aber momentan bezweifle ich noch das ich mich fachlich großartig weiterentwickle. Trotzdem. Die Arbeit macht Spass. Die Menschen sind großartig. 12 Leute sind beschäftigt. 5 im Büro, 8 Schreiner. Außer der Vorarbeiter und ein weiterer Kollege sind alle mitte/ende 20. Es wird viel Gelacht. Einen zweiten Punkt an den ich mich gewöhnen musste waren die Arbeitszeiten. Anstatt eine 40 Stunden Woche ist in meinem Vertrag 50Stunden festgehalten, die bisher nur einmal eingetreten sind. Die Wochen vor Weihnachten waren es sogar 60 die Woche. Zumindest wird gut bezahlt. Bzw. ist mein Stundenlohn schon höher als in Deutschland, die Steuern hier belaufen sich allerdings nur auf 20%. Lebenshaltungskosten sind ungefähr wie in Europa. Wenn ich mich richtig erinnere. Ich arbeite in Frankton. Eine kleines Dorf mit einem rießigen Industriepark ca. 20 Minuten mit dem Fahrrad von Queenstown entfernt. Queenstown an sich ist nochmal 10 min mit dem Fahrrad von der Wohnung zu erreichen und darüber bin ich recht froh. Es ist eine sehr künstliche Stadt, die für den Tourismus gebaut wurde. Es gibt wenig Charakter, viele überteuerte Läden und Restaurants und natürlich Touranbieter. Vom Zentrum sind innerhalb von 30 Minuten 4 verschiedene Skigebiete erreichbar. Im Sommer schwillt die Stadt um das Doppelte an und platzt aus allen Nähten. Es gibt Rafting, Paragleiten, Fallschirm und den ganzen Quatsch. Ein bisschen erinnert sie mich an el Bolson in Argentinien. Aber das ist jetzt auch schon ein paar Jahre her. Naja. Jedenfalls versuche ich sie zu meiden.  Einen Lichtblick gibt es. Eine Bäckerei. Sie kann nicht viel. Aber die Mega Bretzel und das Vollkornbrot sind genial. Das Queenstown nur für Touris gebaut ist merkt man an der Bevölkerung. Es gibt so gut wie keine Neuseeländer. Viele 20jährige Briten und Deutsche, die eine seltsame Stimmung verbreiten. ‚Queenstown – Die Mülltonne Großbritanniens‘ Jedenfalls nichts was ich mir vorstellen konnte, als ich an Neuseeland gedacht habe.. Am Wochenende gab es kleinere Ausflüge in die Umgebung. Da Oritt und ich gerade noch nicht wirklich gemeinsame Wochenenden hatten ging es für mich in der nähe mit dem Fahrrad auf Erkundungstour. Ich weiss nicht warum aber Berge haben es mir dabei angetan. Ich habe die Remarkables (2319m) und Coronet Peak (1187) mit dem Fahrrad erklommen und kleinere Wandereungen unternommen. Mit Oritt ging es auf ein paar Wanderwege. Meine Schlussfolgerungen: Die Landschaften sind gigantisch und traumhaft anzuschauen. Jedoch ist man nirgends allein. Das Land ist touristisch bis zum letzten Zentimeter ausgebaut. Überall ist alles organisiert. Es gibt keine richtigen Abenteuer und Bestimmungen an jeder Ecke und man muss für so gut wie alles zahlen. Essenstechnisch ist es auch begrenzt. Die britische Kolonisation hat das Nationalessen Fish und Chips hinterlassen. Was zwar manchmal ganz lustig ist, aber auf Dauer nicht geniesbar. Auch ein Nationalgericht sind verschiedene Varianten von sogenannten Pies. Also hauptsächlich herzhafte gefüllte Teigtaschen. Ehrlich gesagt können wir her die guten Läden an einer Hand abzählen. Auf was man sich hier verlassen kann ist Lachs und Lamm. Lachs schwankt preislich wie überall sehr von Region zu Region. Und das Lamm ist traumhaft zart und erschwinglich vom Preis. Nur ein Wort: Pedro!

Das letzte nennenswerte  Ereignis vor Weihnachten war die Weihnachtsfeier. Anders als in Deutschland fängt diese schon um 12 Uhr an. Wir wurden von zuhause mit dem Taxi abgeholt. Zur Firma gebracht und mit reichlich Alkohol begrüßt. Von dort ging es mit einem Minibus weiter. Flughafen. Und wir sind mit dem Helikopter auf die prachtvollen Remarables geflogen. Hätte ich mir das Fahrrad die Woche vorher sparen können. Von dort ging es wieder runter zu verschiedenen Weingütern und Weinproben. Die Erinnerungen verschwimmen mehr und mehr. Ich kann mich an eine Bar mit Pizza erinnern. Kurze. Das nächste Bild ist irgendein Club. Dann wache ich auf mit einem zu erwarteten dicken Kopf auf.

Weihnachten. Da Oritt Jüdin ist und ich aus der Kirche ausgetreten gab es, außer Hanuka eine Woche zuvor, nicht viel zu feiern. Oritts Freundin Sara aus New York ist am 24 angekommen. Ich habe ein paar Tage gebraucht von der 60 Stunden Woche auf 0 zu fahren und hatte viel zu viel Energie. Die ich in Joggen und Kochen umgewandelt habe. Zumindest ein Teil davon. Am 29. kam Julian mit einer 2 Tägigen Verspätung an. Ein Schulfreund aus Heidelberg. Spannungen mit den Mitbewohnern haben sich angedeutet, aber wir hatten wohl zu viele Erwartungen an ihr Umgänglichkeit und Sie waren die ersten Menschen die ich kenne die Besucher in der Garage schlafen lassen. Naja, viel Zeit wollten wir nicht in Queenstown verbringen. Am nächsten Tag ging es auch schon los. Kleiner Roadtrip nach Norden. An den Pukaki See und Aoraki/Mount Cook, der mit 3724m der höchste Berg Neuseelands. Campen, ein bisschen wandern, beisammensein genießen, Wein, Essen, kennenlernen. Dabei haben die beiden Stadtkinder ihre ersten Gehversuche in der Natur unternommen und festgestellt, das diese rau sein kann. Schon am ersten Tag gab es einen Krankheitsfall, der die Stimmung aller getrübt hat. Erst recht, als wir in einer Krankenstation gehört haben, das es ein Virus sein könnte. Wir sind sofort nach Wanaka auf ein Musikfestival gefahren mit der Hoffnung uns mit genügend Alkohol und Sonne zu desinfizieren.Wir haben uns alle sehr auf das Festival gefreut und die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Mit Arztbesuch und anderen Kleinikeiten hat sich die Ankunft um einiges verzögert. Die Autos wurden bei Ankunft streng durchsucht und hätten wir nicht das Glück gehabt von einem Israeli durchsucht zu werden, mit dem sich Oritt sofort auf hebräisch unterhalten hat, wäre ein voller und sehr teurer Vorrat im Müll gelandet. Ohne den wir wohl geschädigt davongekommen wären. Denn das Festival war ernüchternd. Tausende pupertierende halbstarke angetrunkene Briten grölend über dem ganzen Gelände. Keiner interessiert sich für die Musik, man wird angerempelt, geschubst, hört nichtmal die Sängerin. Ich glaube ich bin zu alt dafür geworden. Die Main Acts mit Tash haben enttäuscht und Fat Freddys Drop hat auch nur begrenzt für hohen Puls gesorgt. Die Rest der Nacht wurde dem elektronischen gewidmet. Ein Kater gab es trotzdem. Der wurde in Queenstown verarbeitet. Allerdings mit den falschen Heilmitteln. 3 der 4 Partykracher, die einen Burger hatten, litten über Nacht und/oder am nächsten Tag an einer üblen Magen Darmverstimmung. Das verzögerte auch unsere Weiterfahrt. Als wir uns halbwegs aufgerafft hatten wollten wir auch weiter. Richtung Süden. Catlins, Fortrose, Invercargill, Bluff, Orepuki und natürlich Milford Sound im Fjördland. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Nur Schauer, kein Regen, starker Wind und viel Sonne. Kleine Wanderungen, Touren, Wein, Essen und Autofahren. Bis zum letzten Tag. Dann kam ein Realitätsschock. Das Auto sprang nicht an. Mitten im nirgendwo. Wir hatten kein Empfang um ein Abschleppdienst anzurufen. Die Ranger waren ungewohnt unhilfreich und wollten niemand über die walkie talkies rufen. Der einzige Tipp: 13Kilometer weiter runter die Staße gibt es ein Telefon. Eine wirkliche Wahl hatten wir nicht. Oritt und ich gingen trampen um Verstärung zu rufen. Die anderen beiden Musketiere passten auf das Auto auf. Es hat eine Weile gedauert bis uns jemand mitnahm. Und ich sage es nicht gerne. Aber es waren Amerikaner. Nette Leute. Am telefon der erste Rückschlag. Nur Kreditkarte. Aber ein paar Nummern gingen Kostenlos. Zweiter Rückschlag: Unsere Versicherung zahlt nicht. Dritter Rückschlag: Wir haben keine Nummern die wir anrufen können. Glücklicherweise gab es am Ende des Parkplatzes einen kleinen Campingplatz. Dort saß ein Mann vor einem Computer. Er hatte Internet. Und eine Internetverbindung. Er war so nett und rief einen Abschleppdienst. Der brauchte 2 Stunden. Aber er kam. Ein anfangs grummeliger Mann stieg aus. Nahm uns die 13 Km zu unserem Auto mit. Spielte mit WD40 am Zündschloss herum. Und es funktionierte….nicht… also abgeschleppt nach Te Anau. Ich und Julian mit dem Grummeligen, der langsam auftaute, als er anfing über Tiere zu reden (Er war anscheinend Jäger) und die beiden Mädchen trampten. Gute Nachrichten gab es in der Werkstatt. Er kann es fahrbar machen. Aber eine Werkstatt brauchen wir. Er bastelte an der Zündung herum, nahm sie auseinander und von nun an hatte das anlassen des Autos ein bisschen was mit kurzschließen zu tun. Aber es war fahrbar. Und die Freude groß. Allerdings war es auch schon später Nachmittag und wir machten uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Wir fanden einen traumhaften See ein bisschen außerhalb, gingen baden, entspannten und genossen den letzten Tag auf Tour. Dann ging es heim. Oder besser nach Queenstown. Von jetzt wurde organisiert, Sara flog am nächsten Tag, Julian sträunte noch ein bisschen herum bevor es für ihn nach Melbourne ging. Der Streit mit den Mitbewohnern hat sich zugespitzt und ich bin bereit ihnen Knoten in die Schnürsenkel zu machen. Nachdem ich Julian zum Flughafen fur hat sich zum ersten Mal seit langem ein Hauch von Melancholie fürs Reisen Breit gemacht. Einfach Sachen Packen und weg. Dadurch das wir uns beide wegen der Vorkommnisse der letzten Tage gerade nicht richtig wohl in unseren eigenen vier Wänden fühlen wäre das ein schöner Gedanke. Und zeigt einem (mal wieder) die Wichtigkeit eines schönen Rückzugortes. Wir haben mit den Mitbewohnern mittlerweile geredet. Stimmig ist das nicht ganz. Aber muss es ja auch nicht. Oritt und meine Planungen für die nächsten Schritte werden konkreter und wir wissen, dass wir nicht in Neuseeland bleiben wollen. Es geht sehr bald sogar schon wieder weiter. Aber dazu müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Bis zum nächsten Post. Montag geht die Arbeit wieder los. Alltag. Zeit zum Nachdenken. Besos

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2 Gedanken zu “Kia Ora

  1. Hallo mein Schatz,
    ich hab schon sooo lange auf einen Bericht und Fotos von Dir gewartet und mich wahnsinnig gefreut, dass es endlich geklappt hat 🙂 Grandiose Bilder. Schade, dass es zeitlich nicht mehr gereicht hat Dich zu besuchen. Ich wünsch euch beiden noch eine tolle Zeit zusammen und freue mich wieder von Dir zu hören. Liebe Grüße auch an Oritt.
    Mama

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  2. Hallo Gwenn,
    schön mal wieder was von Dir zu lesen, hab nicht mehr damit gerechnet. Dein Bericht war wieder fesselnd geschrieben und die Bilder wieder grandios. Wünsch euch noch ne schöne Zeit, trotz stressiger Mitbewohner. Liebe Grüße auch an (unbekannter Weise) Oritt.

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